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Use Case Onkologie

HiGHmed-Konsortium

Über das Projekt

Neben den etablierten onkologischen Therapien wie Chemo- und Strahlentherapie gewinnt die gezielte medikamentöse Behandlung von genetischen Veränderungen bei der Behandlung von Tumoren zunehmend an Bedeutung. Insbesondere die Entwicklungen in der Molekulargenetik machen es möglich, seltene oder schwer zu behandelnde Krebsarten genauer zu verstehen und effektiver zu behandeln.

Die HiGHmed-Projektpartner Universitätsklinikum Heidelberg, Universitätsmedizin Göttingen, Medizinische Hochschule Hannover und Universitätsklinikum Köln haben sich zusammengetan, um den Use Case Onkologie zu entwickeln. Dieser Anwendungsfall konzentriert sich auf drei Krebsarten: Tumore der Leber, der Gallenwege und der Bauchspeicheldrüse. Diese Erkrankungen sind mit einem aggressiven Verlauf und oft einer schlechten Prognose für die betroffenen Patientinnen und Patienten verbunden. Bislang gibt es für diese Tumorentitäten nur wenige konventionelle Therapien, die zu einer Verbesserung der Gesamtprognose beitragen können.

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Patientengespräch

Molekulare Tumorcharakterisierung

Mithilfe der molekularen Tumorcharakterisierung können Ärztinnen und Ärzte molekular gezielte Therapieoptionen identifizieren. Erste Forschungsergebnisse zeigen, dass dieser Ansatz die Prognose der betroffenen Patienten verbessern kann. Molekulargenetische Analysen erzeugen große Datenmengen, die verarbeitet, gespeichert und interpretiert werden müssen, um sowohl bereits bekannte als auch bisher unbekannte therapierelevante Tumormutationen zu nutzen. Es fehlen jedoch noch validierte IT-Systeme, die die Ergebnisse der molekularen Charakterisierung von Tumorgewebe mit Informationen über molekular zielgerichtete Therapieoptionen und klinische Patientenmerkmale kombinieren. Solche Systeme würden Ärztinnen und Ärzte dabei unterstützen, gezielte Therapieempfehlungen auszusprechen, um Patientinnen und Patienten eine individuellere Therapie zukommen zu lassen.

"Wenn wir die genetischen Befunde unserer Patientinnen und Patienten standortübergreifend mit anderen Onkologie-Experten diskutieren wollen, um die Therapieoptionen der erkrankten Patienten zu erweitern, brauchen wir eine systematische und strukturierte Sammlung von Onkologie-Daten in unserem Zentrum. Und genau das erwarte ich vom Use Case Onkologie des HiGHmed-Konsortiums."

PD Dr. med. Thomas Wirth
Oberarzt und Forschungsgruppenleiter / Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie / Medizinische Hochschule Hannover

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Ziele

Ziel des Use Case Onkologie ist es daher, solche innovativen IT-Systeme in Form eines "Virtuellen Onkologie Zentrums" für die Versorgung und Forschung zu entwickeln und bereitzustellen. Damit wird es möglich, ein standortübergreifendes molekulares Tumorboard auf der Basis klinischer und molekularbiologischer Daten durchzuführen. In einem solchen Tumorboard können Empfehlungen für eine molekular gezielte, individualisierte Behandlung ausgesprochen werden, wenn leitlinienbasierte Standardtherapien bereits ausgeschöpft sind.

Virtuelles Onkologie Zentrum

Das virtuelle Onkologie Zentrum wird den Verlauf der Behandlung von Krebspatientinnen und -patienten veranschaulichen und als Austauschplattform für Kliniken, Forschungseinrichtungen, Ärztinnen und Ärzte und Patientinnen und Patienten dienen. Es wird dazu beitragen, ähnliche Krebsfälle zu identifizieren und auf der Grundlage einer Suche in medizinischen Datenbanken eine individuelle, patientenorientierte Behandlung zu empfehlen.

Durch den Aufbau und die Implementierung der technischen Strukturen und die Etablierung eines virtuellen Onkologie Zentrums sollen seltene oder schwer zu behandelnde Tumorentitäten in Zukunft schneller und besser verstanden und behandelt werden können. Darüber hinaus kann der Use Case Onkologie einen ersten Meilenstein für eine einheitliche Strukturierung von Daten über Standorte hinwegsetzen. Der Use Case trägt auch zur Vernetzung von Expertinnen und Experten in der molekularen Therapie in Deutschland bei und ermöglicht so einen besseren wissenschaftlichen Austausch über Patientinnen und Patienten mit seltenen Tumorerkrankungen.

Info Box

Molekulares Tumorboard | Weitere Informationen

Bei einem molekularen Tumorboard steht der individuelle genetische Befund eines Patienten im Mittelpunkt. Es werden der Krankheitsverlauf, die klinischen Untersuchungsergebnisse, die Ergebnisse der genetischen Diagnostik und die daraus resultierenden molekularen Therapieoptionen diskutiert. An einem molekularen Tumorboard sind Expertinnen und Experten aus der Onkologie, Radiologie, Chirurgie, Pathologie, Humangenetik, Bioinformatik etc. beteiligt.

Leiter des Use Case Onkologie

Prof. Dr. Benedikt Brors

Deutsches Krebsforschungszentrum / Leiter der Abteilung "Angewandte Bioinformatik"

Prof. Dr. med. Volker Ellenrieder

Universitätsklinikum Göttingen / Klinik für Gastroenterologie, gastrointestinale Onkologie und Endokrinologie

Prof. Dr. med. Dirk Jäger

Geschäftsführender und Ärztlicher Direktor / Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg / Leiter der Medizinischen Onkologie / Universitätsklinikum Heidelberg

BMBF
MII