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Use Case Kardiologie

HiGHmed-Konsortium

Herausforderungen

Chronische Herzinsuffizienz, auch Herzschwäche genannt, betrifft mehr als drei Millionen Menschen in Deutschland und ist der häufigste Grund für eine Krankenhauseinweisung. Bei einer chronischen Herzinsuffizienz nimmt die Krankheit oft einen schubweisen Verlauf, Patientinnen und Patienten müssen in immer kürzeren Abständen im Krankenhaus behandelt werden, ihre Lebensqualität sinkt deutlich.

Die Ursachen und Ausprägungen der Erkrankung sind vielfältig, häufig komplizieren Begleiterkrankungen den Krankheitsverlauf. So vielfältig die Erkrankung in Erscheinung tritt, so individuell zugeschnitten soll auch die Behandlung der betroffenen Patientinnen und Patienten erfolgen. Bisher gibt es jedoch keine verlässlichen Warnsignale, die dem Patienten selbst oder dem Ärzteteam frühzeitig anzeigen, ob eine Verschlechterung der Krankheit drohen könnte.

Patientengespräch

"Im Use Case Kardiologie des HiGHmed-Konsortiums verfolgen wir das Ziel, die Versorgungsmöglichkeiten und die Lebensqualität von Patientinnen und Patienten - über 3 Millionen allein in Deutschland - mit oft chronischer Herzinsuffizienz nachhaltig zu verbessern. Um dies zu erreichen, ist es enorm wichtig, schnell und strukturiert auf alle relevanten Informationen eines Patienten zugreifen zu können. Gerade in Notfallsituationen kann das Leben retten."

Prof. Dr. Udo Bavendiek
Oberarzt der Klinik für Kardiologie und Angiologie, Medizinische Hochschule Hannover

Ziele

Im Use Case Kardiologie arbeiten Kliniker, Medizininformatiker und Datenwissenschaftler aus sechs Universitätsklinika (Berlin, Göttingen, Hannover, Heidelberg, Kiel und Würzburg) und zahlreichen Partnern aus Wissenschaft, Industrie und Gesundheitsversorgung Hand in Hand. Ihr gemeinsames Ziel ist es, die Gesundheitsversorgung von Patientinnen und Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz durch den Einsatz medizininformatischer Technologien langfristig zu verbessern.

Sonographie

Datenaufbereitung und Datenaustausch

Um dies zu erreichen, werden an den teilnehmenden HiGHmed-Standorten die Gesundheitsdaten von Patientinnen und Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz einheitlich beschrieben, in sogenannten Datenintegrationszentren an den universitätsmedizinischen Standorten zusammengeführt und für standortübergreifende Auswertungen der Forschung zur Verfügung gestellt.

Standardisierte Daten

Standardisierte Daten und Datenmodelle spielen dabei eine zentrale Rolle. Sie ermöglichen zunächst eine einheitliche Dokumentation in den jeweiligen Kliniken und ermöglichen dann den Datenaustausch für eine gemeinsame Analyse. Alle am Use Case beteiligten Standorte haben sich auf einheitliche Datenmodelle als Basis für den Austausch und die Aufbereitung der Daten für die Forschung verständigt. Sie nutzen als Grundlage das Datenmodell des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung e.V. (DZHK). Dadurch können Daten von mehr als 20 klinischen Studien mit über 7.000 Patientinnen und Patienten und weiterer DZHK-assoziierter Studien direkt mit den im Rahmen des Use Case Kardiologie bereitgestellten Behandlungsdaten verglichen werden. Außerdem haben alle Standorte einen Datensatz abgestimmt, der den Basisdatensatz des DZHK um die für chronische Herzinsuffizienz wichtigsten Daten erweitert.

Server
Wearables

Wearables

Momentan ist für die Forschung der Gesundheitszustand der Patientinnen und Patienten nach Verlassen der Klinik noch ein blinder Fleck. Um auch Daten aus dem Alltag dieser Patienten zu erheben und damit Informationen außerhalb des Klinikaufenthalts in den Analysen berücksichtigen zu können, erproben die Use-Case-Partner den Einsatz von tragbaren Sensoren und Apps, sogenannten Wearables.

Aktuell laufen die Planungen, erste Patientinnen und Patienten mit Smart-Watch und Smartphone auszustatten, um beispielsweise Aktivitätsparameter und Herzfrequenzdaten zu erfassen. Durch Analyse dieser Daten soll es langfristig möglich sein, bei Patientinnen und Patienten mit einem hohen Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf frühzeitig Verschlechterungsschübe zu erkennen, ihre Lebensqualität zu verbessern und Krankenhausaufenthalte zu verringern.

Info Box

Der Podcast DigitalisierungDerMedizin - Medizinische Daten für ein besseres Leben mit Herzinsuffizienz – Der Use Case Kardiologie

Sechs Universitätskliniken am Use Case Kardiologie beteiligt
Artikel 2020: Chronische Herzinsuffizienz: Tragbare Sensoren und Apps sollen Forschung und Versorgung verbessern
Deutsche Herzstiftung

Film: Herzinsuffizienz - Betroffene als Forschungspartner

HubSpot Video

Leiterinnen & Leiter des Use Case Kardiologie

Prof. Dr. Udo Bavendiek

Medizinische Hochschule Hannover

Prof. Dr. Dagmar Krefting

Universitätsmedizin Göttingen

BMBF
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